Als ich noch klein war, war es in dem Ort in dem ich aufwuchs üblich zu grüßen. War ich auf dem Weg zum Bäcker, der Grundschule oder zu Freunden und ein Menschenwesen kreuzte meinen Weg sagte man je nach Tageszeit "guten morgen/ Tag/ Abend"
Klar, nicht alle Eltern hatten ihren Kindern dies mit auf den weg gegeben , aber nicht umsonst wurde über meine vier Geschwister und mich stets gesagt wie unglaublich höflich wir wären.
Diese Eigenschaft des Grüßens habe ich mir bis heute konserviert. Zwar laufe ich nicht durch die Straßen meiner kleinen Heimat an der See und Grüße wild umher, aber selbst entfernte Personen wie Professoren werden gegrüßt, sobald auch nur die Möglichkeit besteht, das man mich kennt.
Leider gehört man damit zu einer aussterbenden Spezie. Wenn ich bei meinem Arbeitgeber hinterm Tresen stehe und der Kunden harre, und ebendiese freundlich Grüße wenn sie den Laden betreten möchte ich nichts anderes als höflich zu Grüßen.
"Ich guck nur" höre ich dann häufiger. Nichts hoffe ich mehr, denn dafür wird morgens Theke gebaut. Und nichts legt einem Verkäufer ferner als den Kunden beim bewundern der Theke zu stören. Aber es ist eine Frage der Höflichkeit einen potentiellen Geschäftspartner, egal ob als Kunde oder Verkäufer zu Grüßen.
Noch viel schlimmer ist es allerdings wenn sich ein Kunde an die Theke stellt, man lächelnd grüßt und nur ein " ich hätte gerne/ ch bekomme/ ich will "
Wollen ist schonmal total Out, wusste schon Mama. Bekommen tut der Kunde erst, wenn ich das auch habe und verkaufen will. Und bevor der Kunde gern etwas hätte, hat auch dieser zu Grüßen.
Dadurch das Bafög mittlerweile meinen Lebensunterhalt bestreitet zu großen Teilen, kann ich mir ein wenig Erziehung erlauben.
"Ne Moin erstmal" entweder kommt dann ein Moin oder ein anderer Gruß oder wieder ein " ja ic will bitte"
Dann sage ich in der Regel etwas wie " Grüßen ist vollkommen überbewertet"
Dann wird es interessant - "normal Grüße ich immer" " das vergesse ich sonst nie" und so fort
Mag manchmal stimmen - oft nicht. Also liebe Leute , grüßt, das freut den Verkäufer und sorgt für ein schöneres Gesprächsklima.
Dienstag, 23. Oktober 2012
Dienstag, 14. August 2012
Sagen sie, ist ihr Fisch auch frisch?
Es gibt Dinge die sind sicher. So ist das Wetter in Wilhelmshaven stets nicht so sonnig wie z.b. im Breisgau, der Papst hat sich entschieden Katholik zu bleiben und ein Schwäbisch-Hellisches Eichelmastschwein ist echt lecker.
Und eben so sicher ist die Frage, die jedem Fischverkäufer mindestens einmal am Arbeitstag ereilt - ob es Weihnachten ist und 500 Kg Fisch durch geschleust werden, oder wir haben Hochsommer. Stets kommt die Frage "sagen sie mal junger Mann, ist ihr Fisch auch frisch?". Gelegentlich wird ein "wirklich, tatsächlich, ehrlich" davor gesetzt, denn das könnte die Antwort ja nachhaltig beeinflussen.
Der kleine Herr F. steht also da und, trotz der langen Jahre im Beruf, wechselt sein Gesicht zwischen staunen, grinsen und sprachlosigkeit. Denn, nach all den Jahren ist mir bis Heute noch nicht bewusst geworden - welche Antwort mein Kunde in dem Moment erwartet?
Die Wahrheit? - eigentliche wäre dies voraus zu setzen. Aber, angenommen ich antworte mit
"Ja", so schlicht und einfach, kann ich mir sicher sein, dass die Frage kommt "ist er also von heute?"
Wenn ich dann "Nein" sage, bin ich in einem Dilemma. Denn frisch ist die Ware, sonst würde ich sie nicht verkaufen. So weiß ich aber auch ,dass der Kunde sagt er hätte dann gerne was anderes, oder ich solle mal im Kühlhaus nach frischerer Ware schauen. Denn das ginge ja nicht, alter Fisch im Verkauf.
Woher kommt das? Wieso unterstellt man seinem Fischhändler mangelnden Berufsethos? Fragen all diese Herren und Damen ihren Steuerberater auch "ist die Steuererklärung auch richtig?" oder nach dem Arztbesuch "aber die Diagnose haben sie schon richtig gestellt?"
Und was würden diese Berufsgruppen wohl antworten? "Nein, die Diagnose ist falsch, eigentlich haben sie Schnupfen, aber an ner nasalen Pilzerkrankung verdiene ich mehr."
"Nein, ihre Steuererklärung ist falsch, aber all die Abschreibungen die Ihnen Geld sparen, sind mir heute zuviel Heck, deswegen habe ich das so gelassen"
Wieso also, werde ich, und meine Kollegen, immer wieder gefragt ob der Fisch frisch ist?
Also sage ich "Ja" und sage auf das "schauen sie im Kühlhaus nach" "nein" und betone dass die Ware einwandfrei ist. Tödliche Antwort. Aktuell arbeite ich am Meer, früher im Binnenland. Und entweder lautet die Antwort "Ich bin mit Fisch aufgewachsen ich weiß wie frischer Fisch zu sein hat " oder aber "Ich fahre jedes Jahr an die Nordsee (Adria, Mittelmeer, Amerika...) ich weiß wie frischer Fisch ist."
All das möchte ich auch nicht bestreiten und ich möchte auch nicht abstreiten, dass dies vor allem Dinge sind die einfach am Ego kratzen. Denn ich stehe ja auch nicht am Tresen, weil ich besonders gut aussehe ( was man glauben kann) besonders gerne verkaufe (was ich tue), sondern weil ich mich ein wenig mit Fisch auskenne.
Manchmal bleibt einem auf die Frage nur Humor "Nein, denn den Alten kaufen wir viel günstiger ein. Meinen sie ich arbeite umsonst?"
Meist wird gelacht, dann frage ich welche Antwort denn erwartet wird?
Denn wenn er es ist -sage ich ja, denn es ist ja so
Wenn es nicht so ist, sage ich trotzdem ja, denn sonst müsste ich mich ja fragen lassen was der alte fisch im Tresen zu suchen hat....
Einen schönen Abend
ScholleIdee
Und eben so sicher ist die Frage, die jedem Fischverkäufer mindestens einmal am Arbeitstag ereilt - ob es Weihnachten ist und 500 Kg Fisch durch geschleust werden, oder wir haben Hochsommer. Stets kommt die Frage "sagen sie mal junger Mann, ist ihr Fisch auch frisch?". Gelegentlich wird ein "wirklich, tatsächlich, ehrlich" davor gesetzt, denn das könnte die Antwort ja nachhaltig beeinflussen.
Der kleine Herr F. steht also da und, trotz der langen Jahre im Beruf, wechselt sein Gesicht zwischen staunen, grinsen und sprachlosigkeit. Denn, nach all den Jahren ist mir bis Heute noch nicht bewusst geworden - welche Antwort mein Kunde in dem Moment erwartet?
Die Wahrheit? - eigentliche wäre dies voraus zu setzen. Aber, angenommen ich antworte mit
"Ja", so schlicht und einfach, kann ich mir sicher sein, dass die Frage kommt "ist er also von heute?"
Wenn ich dann "Nein" sage, bin ich in einem Dilemma. Denn frisch ist die Ware, sonst würde ich sie nicht verkaufen. So weiß ich aber auch ,dass der Kunde sagt er hätte dann gerne was anderes, oder ich solle mal im Kühlhaus nach frischerer Ware schauen. Denn das ginge ja nicht, alter Fisch im Verkauf.
Woher kommt das? Wieso unterstellt man seinem Fischhändler mangelnden Berufsethos? Fragen all diese Herren und Damen ihren Steuerberater auch "ist die Steuererklärung auch richtig?" oder nach dem Arztbesuch "aber die Diagnose haben sie schon richtig gestellt?"
Und was würden diese Berufsgruppen wohl antworten? "Nein, die Diagnose ist falsch, eigentlich haben sie Schnupfen, aber an ner nasalen Pilzerkrankung verdiene ich mehr."
"Nein, ihre Steuererklärung ist falsch, aber all die Abschreibungen die Ihnen Geld sparen, sind mir heute zuviel Heck, deswegen habe ich das so gelassen"
Wieso also, werde ich, und meine Kollegen, immer wieder gefragt ob der Fisch frisch ist?
Also sage ich "Ja" und sage auf das "schauen sie im Kühlhaus nach" "nein" und betone dass die Ware einwandfrei ist. Tödliche Antwort. Aktuell arbeite ich am Meer, früher im Binnenland. Und entweder lautet die Antwort "Ich bin mit Fisch aufgewachsen ich weiß wie frischer Fisch zu sein hat " oder aber "Ich fahre jedes Jahr an die Nordsee (Adria, Mittelmeer, Amerika...) ich weiß wie frischer Fisch ist."
All das möchte ich auch nicht bestreiten und ich möchte auch nicht abstreiten, dass dies vor allem Dinge sind die einfach am Ego kratzen. Denn ich stehe ja auch nicht am Tresen, weil ich besonders gut aussehe ( was man glauben kann) besonders gerne verkaufe (was ich tue), sondern weil ich mich ein wenig mit Fisch auskenne.
Manchmal bleibt einem auf die Frage nur Humor "Nein, denn den Alten kaufen wir viel günstiger ein. Meinen sie ich arbeite umsonst?"
Meist wird gelacht, dann frage ich welche Antwort denn erwartet wird?
Denn wenn er es ist -sage ich ja, denn es ist ja so
Wenn es nicht so ist, sage ich trotzdem ja, denn sonst müsste ich mich ja fragen lassen was der alte fisch im Tresen zu suchen hat....
Einen schönen Abend
ScholleIdee
Montag, 13. August 2012
Fisch mit Fahrrad. Am Meer.
Moin aus Schlicktown, oder wie es die zugereisten nennen, Wilhelmshaven
ich versuche mich nun nach einem wunderschönen Versuch im Jahre 2007 erneut an einem Blog. Der alte Blog ist unter (www.myblog.de/tschonni ) noch immer zu finden, der neue wird sich jedoch nicht mehr nur mit einer Stadt befassen, nicht nur mit einem Thema.
Die Themen werden aber doch eingeschränkt sein, denn jedes Leben hat seine Schwerpunkte. Mein größter und der, der eine große Rolle hier spielen wird ist der Fisch.
Trotz meines zarten Alters von 26 bin ich seit 10 Jahren Fischverkäufer. Ich denke, dass diese Mischung aus jung und erfahren sonst nur auf dem Straßenstrich zu finden ist, es langt jedoch nicht um mit den tollen Tips und Tricks eines gelernten Kochs zu überzeugen, hat es doch nur für den Systemgastronomen gereicht.
Die Themen werden aber doch eingeschränkt sein, denn jedes Leben hat seine Schwerpunkte. Mein größter und der, der eine große Rolle hier spielen wird ist der Fisch.
Trotz meines zarten Alters von 26 bin ich seit 10 Jahren Fischverkäufer. Ich denke, dass diese Mischung aus jung und erfahren sonst nur auf dem Straßenstrich zu finden ist, es langt jedoch nicht um mit den tollen Tips und Tricks eines gelernten Kochs zu überzeugen, hat es doch nur für den Systemgastronomen gereicht.
Somit fiel dieses Thema für den Blog raus.
Was sich jedoch wenig im Internet findet, oder was ich noch nicht gefunden habe, ist ein Verkäuferblog. Es gibt zwar das Buch der französischen Studentin die nebenbei an der Kasse gearbeitet hat (Die leiden einer Kassenkraft), wo ich viel lustiges und schönes wieder gefunden habe.
Trotzdem kratzt es, meiner Meinung nach nur an einer Oberfläche.
Also werde ich über die Tricks der Verkäufer (was übrigens der schönste Job der Welt wäre... wenn die Kunden nicht wären ;) erzählen, über die vielen Fragen der Kunden schreiben die einem an einem normalen 8 Stunden Tag zu kommen, werde erzählen was Verkäufer machen wenn sie gerade nicht hinter dem Tresen stehen und erklären wie man Verkäufer um die Finger wickelt.
Werde über Kundenaussagen schreiben, die so unverschämt sind dass einem die Tränen in die Augen schießen ("ich finde es ja gut, dass jemand wie SIE die Zeit liest."), und über Kunden die einem so ans Herz wachsen, dass man traurig ist, wenn man den Arbeitsplatz wechselt.
Trotzdem kratzt es, meiner Meinung nach nur an einer Oberfläche.
Also werde ich über die Tricks der Verkäufer (was übrigens der schönste Job der Welt wäre... wenn die Kunden nicht wären ;) erzählen, über die vielen Fragen der Kunden schreiben die einem an einem normalen 8 Stunden Tag zu kommen, werde erzählen was Verkäufer machen wenn sie gerade nicht hinter dem Tresen stehen und erklären wie man Verkäufer um die Finger wickelt.
Werde über Kundenaussagen schreiben, die so unverschämt sind dass einem die Tränen in die Augen schießen ("ich finde es ja gut, dass jemand wie SIE die Zeit liest."), und über Kunden die einem so ans Herz wachsen, dass man traurig ist, wenn man den Arbeitsplatz wechselt.
Ich werde sicher irgendwann erzählen, wie ich zum Fisch kam (mein Therapeut sagt ich brauche eine persönliche Note im Blog ;) und euch mit Büchern langweilen, die mich faszinieren.
Das Leben ist viel zu kurz, um alles für sich zu behalten. Und die Welt viel zu groß, um nicht zu bloggen. Das Internet ist einfach eine tolle Art und Weise neue Leute, Leute der gleichen Façon, Leute die ganz anders sind oder Leute die ganz wo anders wohnen, kennen zu lernen.
Und vor allem hat man die Möglichkeit, Sachen zu erfahren die man vorher nicht kannte.
Ich versuche mit meinem Verkäuferblog etwas beizutragen und hoffe dass ich dieses alltägliche Ding so unterhaltsam wie Möglich gestalten kann.
Ich versuche mit meinem Verkäuferblog etwas beizutragen und hoffe dass ich dieses alltägliche Ding so unterhaltsam wie Möglich gestalten kann.
Eines ist sicher, und auch das ist aus der Praxis - ich bin zwar "nur" Verkäufer, aber auch Verkäufer sind Menschen. Was die Mutter, die die Hauptrolle in diesem Dialog inne hat, anders sah:
Ich "Tschüss ein schönes Wochenende"
Kind, mit Fleischwurst "Tschüss!"
Mutter " du musst nicht tschüss sagen, der mann ist nur Verkäufer"
Ich "Tschüss ein schönes Wochenende"
Kind, mit Fleischwurst "Tschüss!"
Mutter " du musst nicht tschüss sagen, der mann ist nur Verkäufer"
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