Dienstag, 11. Februar 2014

Das weiße Gold I

Salz ist von den reinsten Eltern geboren. Der Sonne und dem Meer, wusste schon Pythagoras zu berichten.

Salz ist ein einfaches Produkt. Chemisch betrachtet nichts anderes als NaCl. Und da kochen nichts anderes als Chemie ist, ist Salz eine weitere Zutat die das Labor Küche bereichert.
Als ich angefangen habe zu verkaufen gab es in gut sortierten Feinkostläden 1-2 Salze. Meist ein Fleur de Sel und Maldonsalz. Das war 2002.

Eben stand ich bei Rewe, und ja ich bin extra wegen dem Salz hin, und neben klassischem Jodsalz mit Fluor, gibt es da um die 20 Salze. Himalayasalz, Meersalz, Bergsalz, Wüstensalz, Flusssalz, Streusalz und was es nicht sonst noch alles an Auswüchsen gibt.
Dann habe ich kurz überlegt wie es in meinen Schränken aussieht. Ich habe 5 Sorten Salz. Ein sehr grobes aus Göttingen, der letzten handwerklichen Saline Deutschlands, ein feineres ebenfalls aus Göttingen, je ein portugiesisches und französisches Meersalz, sowie zu guter letzt ein Rauchsalz.

Die 2 Meersalze benutze ich vorwiegend für meine Frühstückseier, für fertiggebratene Steaks, für alles was direkt vor dem servieren in den Genuss eines Salzes kommen soll.
Die Göttinger Salze bestücken meine Salzmühle und werden verkocht. Da ruhen 2 Eimer hier. Das Rauchsalz für den Sommer wenn gegrillt wird. Da ist es spitze.

Ich halte nichts von der These dass Salz abläuft, obwohl es ja das mittlerweile obligatorische MHD hat. (wie soll etwas verderben, dass millionen Jahre in der Erde ruhte?) Aber ich glaube auch nicht, dass man 25 verschiedene Salze hat, weil jedes einem Essen etwas besonderes verleiht. Man mag dem rosa australischen Salz anschmecken, dass es Eisenreich ist, wenn man es roh oder auf Gemüse verzehrt. Aber meistens sieht man nur Menschen, die es verkochen. Und da denke ich, tut es das einfache Salz aus Göttingen.
Laut einem Artikel aus der Sueddeutsche sind die im Salz befindlichen Rieselhilfen gänzlich ungefährlich. Da sehe ich es, wie bei Stabilisatoren für Schäumchen oder anderen E Stoffen. Es mag ungefährlich sein, trotzdem frage ich mich wieso einem Produkt dass auch ohne perfekt ist, eine Rieselhilfe braucht?
Deswegen das Göttinger Salz. Die Saline ist übrigens einen Besuch wert!

Noch abwegiger finde ich dann dass neben Jod (die Zeiten des absoluten Jodmangels sind nun doch vorbei) immer mehr anderes zugesetzt wird. Folsäure oder Fluorid sind sicher notwendig, allerdings nimmt man die mit einer guten Ernährung auch so aus.

Vielleicht werde ich diesen Trend auch eines Tages verstehen. Aber bis dahin bleibe ich meinen Salzen treu.

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