Beim Fisch und beim Wein fallen mir immer wieder Parallelen auf.
Kommt der Kunde aus dem Urlaub wieder hat er immer einen Fisch gegessen, den er unbedingt wieder haben will. Und zwar hatte der ein weißes Fleisch und schmeckte nicht nach Fisch.
Das ist, wie wenn ich zu einem CD-Verkäufer gehen würde und sagen, ich habe da eine Platte gehört, da spielte jemand Gitarre und keiner Piano.
Ist man dann nicht in der Lage den gesuchten Fisch auf Anhieb zu benennen, kommt schnell Zweifel an der Kompetenz des Verkäufers auf. Meist kann man es dann doch noch herausfinden, fragt man etwas über das Urlaubsland. Spanier, Griechen und Co sind auch nur Kaufleute, und auch wenn beim Griechen gezweifelt werden darf, wird da wohl was günstiges serviert, um etwas Gewinn zu erzielen. So erstreckt es sich meist auf die Dorade oder denn Seewolf.
Das gleiche Dilemma herrscht allerdings auch beim Wein. Nur dass da die Misere ist, dass es deutlich mehr Winzer als Fischer gibt, die auch noch aus einem Grundprodukt viele Nuancen zaubern könnnen.
So kommt also ein Kunde mit Handyfoto wieder und sagt er hat im Urlaub diesen Wein getrunken, unterstreicht das ganze noch in dem er das Handy eindrucksvoll unter die Nase hält.
Auf die Frage des Urlaubslandes wird die größtmögliche Grenze gezogen - statt Toskana oder Bordeaux war er in Frankreich oder Italien. Das ist natürlich politisch korrekt, auch wenn es immer mal wieder Regionen gibt die das anders sehen, schränkt aber die Anzahl der Möglichkeiten nicht besonders ein.
Es ist wie so oft im Leben etwas mehr Information nötig. Es beginnt also eine heitere Fragerunde, die einem doch immer wieder amüsiert. So findet man raus dass es am Meer war, was es einschränkt, aber leider nicht so nennenswert wie der Kunde es möchte, dass er bis auf 2 Tage nur Sonne hat, was mich freut aber voraussetz dass ich meteorologische Dienste während der Urlaubssaison im Auge behalte was ich, bei aller Liebe des Jobs, nicht tue.
Irgendwann hat man raus gefunden, dass es ein Chateau war, dass es in Südfrankreich lag und dass die Farbe rot war. Diese Angabe immerhin halbiert die Möglichkeiten.
Meist wird erwartet dass alle Weine die im Urlaub zu kaufen sind, auch hier erhältlich sind. Das erstaunen, dass es um 21 Jahrhundert Produkte gibt, die nicht jederzeit verfügbar ist, erstaunt mich immer wieder.
Das ganze Gespräch kostet zwar einige Zeit, aber meist hat man es zum Schluss auf eine Farbe, Region eingegrenzt. Da es meist eine typische Sorte der Region ist, die Touristen trinken, ist der Rest relativ simpel.
Es zeigt mir aber immer wieder, dass die wenigsten wirklich hinterfragen was sie konsumieren und wie.
Mir ist es eine Freude, wenn ich mit einem vergleichbaren Wein ein Stück Urlaub hierher zaubern kann, aber es ist bei solchen Produkten nicht gerade die Freude sie eben nicht omnipräsent zu haben, damit sie ihren Reiz behalten?
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen