Montag, 17. Februar 2014

Sandwich

Seit nunmehr 6 Jahren bin ich aus dem schönen England wieder hier. Es war auch kein besonders langer Aufenthalt, sondern mehr ein Intermezzo nach einer gescheiterten Beziehung in Verbindung mit einer abgeschlossenen Ausbildung.

Da aber die Dauer selten etwas über die Erfahrung aussagt, sondern die Neugierde mit der man Sachen begegnet der wichtigere Part ist, zehre ich noch heute in stillen und weniger stillen Momenten von den Eindrücken die ich in den tollen Monaten gesammelt habe.

Einer war unter anderem die Sandwiches. In der kleinen Weinbar in der ich meine Brötchen verdiente, wurde um 11 mit dem Personal gefrühstückt. So saßen der englische und der kanadische Koch, der polnische Spüljunge, der deutsche Kellner und die deutsche Inhaberin mit ihrem englischen Ehemann am Tisch und haben gespeist.
Da es eher eine zweckmäßige Küche sein musste, meist aus dem was beim Mise en Place übrig war, und es auch nicht allzu teuer sein durfte, gab es regelmäßig Sandwich.
Ich kann Sandwich eher als Toast Hawai. Mal mit, mal ohne Ananas, aber meist Ketchup, Käse, Gurke, und Salami oder Schinken.

Ich musste mein Weltbild erneuern. Sandwich hieß meist was warmes mit Hühnchen oder auch mal aus Hackfleisch. Dann Gemüse, was gerade übrig war und ne Soße. Meist Worcestersauce, Ketchup, Mayo und irgendwas scharfes.
Darauf kam dann Käse. Aber nicht irgendein Käse, sonder der hieß Monterey Jack geräuchtert.
Dieser Geschmack von geräuchertem Käse mit den verschiedenen Zutaten war der Kracher. Ich habe weder besagten Jack, der wie ich mittlerweile weiß in Amerika sehr vertreten ist, noch einen guten geräucherten Käse gefunden, noch beides in Kombination. Bis ich vergangene Woche einen meiner raren Besuche bei Lidl absolvierte und ich IHN in der Kühlung liegen sah. Ich habe erstmal 5 Packen geholt, es war eine Aktion
Und ja ich weiß, es ist sicher nicht der beste. Und ja ich weiß, es ist Lidl. Aber der Schmelz den dieser Käse an den Tag legt, ist einmalig.
Am darauffolgenden Abend hatten meine Herzensdame und ich Besuch und es gab Sandwich.
Die Rezepte des kanadischen Kochs habe ich behalten und weiter entwickelt, somit bestand er aus folgenden Zutaten:
Toast geröstet
darauf Hähnchenbruststreifen
darauf Portweinzwiebeln
und darauf wiederrum Schmortomaten
die wiederum mit Blauschimmelkäse bedeckt wurden
der wiederum mit Jack zugedeckt wurde

Das ganze im Ofen ordentlich gratiniert. Eine zweite Scheibe Toast mit frischer Aioli bestrichen, Salat dazwischen, drauf gedeckt, und halbiert.

Es ist eines der Essen, die wir mit Abstand am liebsten Essen. Dieses Zusammenspiel der verschiedenen Geschmäcker (allein das bissige des Blauschimmelkäses mit dem Portweinzwiebeln) ist einfach spitze.

Die vegetarische Alternative war mit Bulgurbratlingen, Humus, Schafskäse, Grillgemüse.
Dazu, wie in England, Kartoffelecken, die einfach ewig im Backofen garen und dann butterweich werden. So macht das Leben Freude und es passt gut in ein Bafögbudget ;)


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